Entschlüsselung des Pressings von Leeds: Ein Blick auf ihre PPDA-Anomalie

📅 Last updated: 2026-03-17

2026-03-17

Leeds United und der trügerische PPDA: Ein genauerer Blick

Im Bereich der Fußballanalysen wird PPDA (Pässe pro Defensivaktion) oft als Schlüsselmetrik zur Messung der Pressing-Intensität einer Mannschaft angepriesen. Ein niedrigerer PPDA deutet typischerweise auf eine aggressivere, hoch pressende Mannschaft hin, während ein höherer PPDA einen passiveren, reaktiveren Ansatz suggeriert. Doch Leeds United unter Trainer Daniel Farke stellt in der Saison 2025/2026 eine faszinierende Anomalie dar. Obwohl sie konstant einen PPDA aufweisen, der oft im mittleren Drittel der Liga liegt – derzeit bei etwa 11,5, deutlich höher als bei Pressing-Giganten wie Liverpool (9,0) oder Brighton (9,5) – bleiben ihre defensive Solidität und ihre Fähigkeit, den gegnerischen Spielaufbau zu stören, bemerkenswert effektiv.

Jenseits der reinen Zahl: Kontextualisierung des Leeds-Pressings

Um die Pressing-Strategie von Leeds wirklich zu verstehen, müssen wir über die reine PPDA-Zahl hinausgehen und die Nuancen ihres Systems erforschen. Ihr Pressing ist kein unerbittliches, alles abdeckendes Hochpressing vom ersten Pfiff an. Stattdessen handelt es sich um ein hochintelligentes, auf Fallen basierendes System, das darauf ausgelegt ist, Gegner in bestimmte Bereiche zu leiten, bevor ein koordiniertes, aggressives Schwärmen eingeleitet wird.

Ein Schlüsselfaktor ist ihre Betonung des Blockierens von Passwegen und des Lenkens des Spiels zur Seitenlinie. Daten von StatsBomb zeigen, dass Leeds bei den „Defensivaktionen im mittleren Drittel“ unter den Top 5 rangiert, aber überraschenderweise nur den 12. Platz bei den „High Turnovers“ (Ballverluste innerhalb von 40 Yards vor dem gegnerischen Tor) belegt. Dies deutet darauf hin, dass ihr Pressing nicht immer darauf abzielt, den Ball sofort hoch auf dem Spielfeld zurückzugewinnen, sondern vielmehr darauf, den Spielfluss zu unterbinden und lange, spekulative Pässe zu erzwingen.

Spielerrollen und taktische Ausführung

Betrachten Sie die Rolle von Spielern wie Glen Kamara und Ethan Ampadu im Mittelfeld. Obwohl sie nicht immer die Führung bei den individuellen „ausgeübten Pressings“ übernehmen (Ampadu erzielt durchschnittlich 18,5 Pressings pro 90 Minuten, Kamara 17,2, beides respektabel, aber nicht elitär), sind ihre Positionsdisziplin und ihre Fähigkeit, Passwege zu antizipieren, entscheidend. Sie halten oft ihre Form, lassen Gegner gerade so weit vorrücken, dass die Falle ausgelöst wird, woraufhin sie mit schnellem Schließen in Aktion treten. Diese bewusste Verzögerung beim Eingreifen erhöht oft ihren PPDA, da mehr Pässe zugelassen werden, bevor eine Defensivaktion erfolgt, selbst wenn diese Pässe weitgehend unbedeutend sind oder in ungünstige Positionen gezwungen werden.

Auch die Flügelspieler, insbesondere Crysencio Summerville und Willy Gnonto, spielen eine entscheidende Rolle, indem sie ihre Läufe „krümmen“, um Passoptionen zu den Außenverteidigern abzuschneiden und das Spiel ins Mittelfeld zu zwingen, wo Kamara und Ampadu zusammen mit den Innenverteidigern bereit sind, den Ball zu gewinnen. Summerville beispielsweise verzeichnet beeindruckende 5,1 „erfolgreiche Pressing“-Aktionen pro 90 Minuten im mittleren Drittel, was seine Effektivität beim Erzwingen von Ballverlusten nach dem Auslösen der Falle zeigt.

Das „Effektive Pressing“: Eine Leeds-Signatur

Der Ansatz von Leeds zeigt, dass ein hoher PPDA nicht immer gleichbedeutend mit einer passiven Mannschaft ist. Stattdessen kann er ein hocheffizientes, geduldiges Pressing-System bedeuten, das die Kontrolle des Raums und das Erzwingen von Fehlern über ein konstantes, energieraubendes Hochpressing stellt. Ihre defensive Effizienz – nur 0,9 xG pro Spiel in den letzten fünf Spielen, trotz ihres relativ hohen PPDA – ist ein Beweis für diese detaillierte Strategie. Sie sind Meister des „effektiven Pressings“, bei dem Defensivaktionen nicht nur zahlreich, sondern auch zeitlich gut abgestimmt und wirkungsvoll sind, wodurch gefährliche Situationen letztendlich verhindert werden, anstatt nur auf sie zu reagieren.

Für Analytiker bietet Leeds eine überzeugende Fallstudie: Manchmal erzählen die Zahlen nur einen Teil der Geschichte, und ein tieferer Einblick in die taktische Ausführung und die Spielerrollen ist erforderlich, um die defensive Identität einer Mannschaft wirklich zu verstehen.

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