Die Saison 2025-26 von Real Madrid sollte immer von einem Namen geprägt sein: Kylian Mbappé. Seine Ankunft, ein lang erwartetes Crescendo, veränderte die Angriffslandschaft und in vielerlei Hinsicht die gesamte Teamdynamik grundlegend. Es war eine Saison immenser Erwartungen, die teilweise erfüllt wurden, aber auch eine, die die Komplexität der Integration eines Generationentalents in ein bereits mit Stars besetztes Ensemble verdeutlichte.
Mbappés Debütsaison war nach allen objektiven Maßstäben ein Erfolg. Er wurde mit 28 Toren Torschützenkönig der La Liga und zeigte seine rasante Geschwindigkeit, seinen klinischen Abschluss und sein verbessertes Zusammenspiel. Er bildete sofort ein, wenn auch manchmal etwas ungelenkes, Verständnis mit Vinicius Jr und Rodrygo. In den ersten Monaten rang Ancelotti jedoch damit, wie er ihn am besten einsetzen konnte, ohne den etablierten Rhythmus zu stören. Es gab Momente der Frustration, besonders wenn die Gegner tief standen, in denen Mbappés individuelle Brillanz unbestreitbar war, aber der kollektive Angriffsfluss weniger flüssig wirkte als in den Vorjahren. Seine Champions-League-Bilanz, 7 Tore in 10 Einsätzen, war ebenso beeindruckend und oft in entscheidenden K.o.-Spielen entscheidend. Dennoch hatte man das Gefühl, dass das Team noch lernte, sein Potenzial voll auszuschöpfen, und umgekehrt, Mbappé sich noch an die Anforderungen eines neuen Systems und den unerbittlichen Druck des Madridismo anpasste.
Jude Bellinghams zweite Saison war eine Meisterklasse der Evolution. Er legte die überraschende Torschützenlast seiner Debütsaison ab und etablierte sich in einer traditionelleren, aber ebenso dominanten zentralen Mittelfeldrolle. Seine defensiven Beiträge nahmen deutlich zu, was einen unglaublichen Motor und taktische Intelligenz zeigte. Er wurde der unbestrittene Mittelfeldgeneral, der das Tempo diktierte, das Spiel unterbrach und Angriffe mit präzisen Pässen initiierte. Während seine Torbilanz auf 11 sank, wuchs sein Gesamteinfluss auf die Spiele exponentiell. Er war der Klebstoff, der das Mittelfeld zusammenhielt und Tchouaméni und Camavinga erlaubte, neben ihm aufzublühen. Seine bereits erkennbaren Führungsqualitäten festigten sich, und er trug in Modrics Abwesenheit regelmäßig die Kapitänsbinde, ein Beweis für seinen raschen Aufstieg.
Vinicius Jrs Saison war geprägt von atemberaubenden Momenten und quälenden knappen Fehlschlägen. Er setzte seine unermüdliche Entwicklung fort und fügte seinem bereits elektrisierenden Dribbling eine neue Schicht Gelassenheit hinzu. Seine Assist-Bilanz, 15 in allen Wettbewerben, war ein Karrierehoch und zeigte ein wachsendes Bewusstsein und Selbstlosigkeit. Er erzielte 22 Tore, viele davon spektakulär, und war oft der Katalysator für Madrids gefährlichste Angriffe. Die Ballon d'Or-Debatte tobte die ganze Saison über, wobei Vinicius ein starker Anwärter war. Ein leichter Formrückgang in den entscheidenden April-Spielen, gepaart mit Mbappés konstanter Brillanz, kostete ihn wahrscheinlich die individuelle Auszeichnung. Dennoch war sein Status als einer der weltbesten Angreifer unbestreitbar, und seine Partnerschaft mit Mbappé, die gelegentlich noch verfeinert werden musste, versprach noch größere Dinge.
Das Rennen um den La Liga-Titel war, wie erwartet, ein Zweikampf mit Barcelona. Xavis Mannschaft, verstärkt durch einige kluge Sommerzugänge, trieb Real Madrid bis an die Grenzen. Die Clasicos waren hart umkämpft, wobei Madrid einen gewann (2:1 zu Hause) und den anderen unentschieden spielte (1:1 im Camp Nou). Madrids Konstanz, insbesondere beim Erringen von Ergebnissen gegen Mittelfeldteams, erwies sich als entscheidend. Ancelottis taktische Flexibilität, oft die Formationen wechselnd, um bestimmte Gegner zu kontern, war entscheidend. Sie sicherten sich den Titel am vorletzten Spieltag, ein hart erkämpfter 3:2-Sieg auswärts bei Real Sociedad, der im Bernabéu ausgelassene Feiern auslöste. Es war ein Beweis für die Tiefe und Widerstandsfähigkeit des Kaders, der zeigte, dass er notfalls auch unschön gewinnen konnte.
Die Champions-League-Kampagne endete jedoch enttäuschend. Nach einer relativ komfortablen Gruppenphase traf Madrid im Viertelfinale auf ein wiedererstarktes Bayern München. Das Hinspiel in München endete 2:2, wobei Mbappé und Vinicius beide trafen. Das Rückspiel im Bernabéu war eine packende Angelegenheit. Obwohl Madrid den Ball dominierte und zahlreiche Chancen kreierte, lag man zur Halbzeit mit 1:0 zurück. Ein später Ausgleich von Bellingham führte das Spiel in die Verlängerung, doch Bayerns klinischer Abschluss im Konter besiegelte letztendlich einen 2:1-Sieg (4:3 nach Gesamtstand). Es war eine bittere Pille, die eine anhaltende Anfälligkeit gegen hochorganisierte, konterstarke Teams offenbarte. Ancelottis Taktik, obwohl im Allgemeinen effektiv, war im Rückspiel vielleicht etwas zu konservativ und schaffte es nicht, Bayerns tiefen Block wirklich zu knacken, bis es zu spät war.
Carlo